September 2003
1. SCHÜLER I, II und III
Schüler I:
Zur Zeit sind in dieser Gruppe 15 Kinder, im vorherigen Trimester waren es 16. In pädagogischer Hinsicht läuft es im Allgemeinen gut, Ausnahmen sind Carlos, Angela, Jesús, Camila und Jorge. Das heißt jedoch nicht, dass diese Kinder in der Schule besonders schlecht stehen, sie können lediglich mit den anderen nicht mithalten. Ricardo hat sich ziemlich verbessert, das ist sehr gut. Zu den Besten der Klasse gehört Martín, der die Vorschulklasse wegen seines schlechten Betragens und seiner Aggressivität hatte verlassen müssen. Inzwischen sprach die Mutter mit uns und versicherte, dass sich der Junge erheblich geändert habe und dass wir ihm nochmals eine Chance geben sollten, was wir auch taten. Wir konnten feststellen, dass er sich tatsächlich gebessert hat - er ist ein anderer geworden und es macht Spaß, dieses neue Verhalten zu sehen.
In Bezug auf die Sauberkeit trat eine leichte Besserung ein, hoffen wir, dass es so weitergeht. Das Verhalten der Kinder ist gut, manchmal sind sie sehr lebhaft, doch alles im Rahmen des Normalen.
Schüler II:
Wir haben 19 Kinder in dieser Gruppe, von denen wie auch im vorigen Trimester 50 % in der Schule gut sind, von den anderen 50 % kann man das weniger sagen. Zu der zweiten Gruppe gehören dieselben Kinder wie im letzten Trimester, dazu kommen noch Tania und Wilfredo . Dieser leistet am wenigsten, wir sprachen darüber mit seiner Großmutter, die für ihn verantwortlich ist, und baten sie, ihn mehr zu fordern - bis jetzt hat es noch nichts gebracht und wir werden ihn noch besser im Auge behalten müssen.
Zur Sauberkeit ist zu sagen, dass Wilfredo, Yonny und Ruth am nachlässigsten sind. Obgleich wir das mit ihnen besprachen, trat kein großer Wandel ein, wahrscheinlich spielt das Thema zuhause bei ihnen keine große Rolle und es wird nichts von ihnen verlangt; wir werden weiter daran arbeiten. Das Verhalten der meisten ist in Ordnung, es gibt jedoch drei Mädchen, die schrecklich sind!!! Rebeca, Ana María und Jimena gehen zusammen zur Schule, sie streiten den ganzen Tag mal über dies, mal über das und das stört natürlich die Ruhe in der Klasse. Ich erklärte ihnen, dass sie so nicht weitermachen könnten und dass ich sie sonst wegschicken müsste, auf diese Drohung hin verringerten sie die Feindseligkeiten ein wenig, von Unterlassen ist jedoch keine Rede. Wir werden sehen, wie das bis Schuljahresende weitergeht.
Schüler III:
In dieser Klasse befinden sich 17 Kinder, zwei wurden abgemeldet, darunter Gregorio , der unerträglich war und mit dem man nicht arbeiten konnte, am schlimmsten war, dass er alle anderen durcheinander brachte. Die Schulleistungen der meisten sind gut, außer bei den Zwillingen Castillo, Luis Fernando und Beatriz . Wir sind ständig hinter ihnen her, damit sie ihre Aufgaben machen und lernen, für uns ist es eine tägliche Pflichtübung, die niemals aufzuhören scheint.
Im Verhalten gab es ein großes Problem, denn die Zwillinge fingen an, ungezogen zu sein und die anderen Kinder zu belästigen und dies so massiv, dass einige Schüler zu mir kamen und mich baten, diese in einen anderen Saal zu versetzen, da sie nicht zu ertragen seien. Ich sprach mit den Zwillingen und natürlich hatten sie tausend und eine Ausrede parat, doch schließlich musste ich ihnen eine letzte Frist setzen. Mit diesen zwei Zwergen gab es schon Probleme, als sie noch im Nest waren, sie waren immer Unruhestifter; jetzt versprachen sie mir Besserung und bis heute habe ich noch keine Klagen gehört, drücken wir den Daumen, dass es so bleibt!
In hygienischer Hinsicht sind sie alle in Ordnung.
2. VORSCHULKINDER
Es sind 13 Kinder angemeldet, drei von ihnen, dieselben wie im vorigen Trimester, haben Lernprobleme, Jesús, Benjamin und Diego. Sie lernen langsam, arbeiten nicht gern und möchten nur spielen und nichts tun, dabei geben sich die Lehrerinnen viel Mühe mit ihnen. Die anderen Kinder sind nicht gerade fasziniert vom Lernen, aber sie tun, was die Lehrerin ihnen sagt und strengen sich an. Die Lehrerinnen beider Schichten machten ihre Arbeit sehr gut und es gelang ihnen eine enge Zusammenarbeit und gute Koordination.
Die Aggressivsten der Klasse sind weiterhin Diego Gutierrez und Vanesa , die erst vor kurzem damit angefangen hat. In diesen Fällen sprechen wir immer mit den Eltern und den Kindern, für einige Zeit tritt eine Besserung ein und dann fallen sie in ihr altes Benehmen zurück. Wir nehmen an, dass sie damit das Verhalten in ihrem jeweiligen Elternhaus widerspiegeln.
Hinsichtlich der Hygiene sind Vanesa und Jesús am nachlässigsten, das Problem des letzteren ist, dass er während der Mittagsruhe fast immer einnässt. Wir wiesen die Eltern darauf hin, damit sie mit ihm zum Arzt gehen, doch bis jetzt warten wir noch darauf.
3. DAS NEST
Im Augenblick haben wir 7 Kinder und ich glaube nicht, dass sich die Zahl bis zum Jahresende erhöht, hoffen wir, dass die Lage wieder besser wird. In pädagogischer Hinsicht ist bei den meisten alles in Ordnung, außer bei Carmen Rosa und Renzo, die ein bisschen fleißiger sein müssten, allerdings gehören sie auch zu den Allerkleinsten.
Die Lehrerinnen arbeiten zusammen gemäß den Vorgaben des monatlichen Arbeitsplans.
Was die Sauberkeit betrifft, so macht sich Carmen Rosa, die Kleinste, ständig nass. Wir sprachen schon mit den Eltern darüber, denn es muss sich um ein körperliches Problem handeln, das einer fachärztlichen Behandlung bedarf.
Das Verhalten ist gut, ausgenommen einige Wutanfälle von Ariela und Bruno, doch alles noch im Rahmen der Normalität.
4. GESUNDHEIT
4.1 Bei den Kindern des Nests und der Vorschulklasse wurde mit Unterstützung des Gesundheitszentrums Francisco Bolognesi die Wachstums- und Entwicklungskontrolle CRED durchgeführt.
4.2 Von der Psychologin Shirley Olaguivel vom Gesundheitszentrum Bolognesi wurde ein Vortrag gehalten mit dem Thema: "Die Bedeutung der emotionalen und affektiven Entwicklung bei jeder Person".
4.3 Es wurde ein Zahnprogramm durchgeführt, das aus Bestandsaufnahmen, Zahnziehen und Behandlung besteht und für alle Kinder zugänglich ist. Das Angebot kam von den Studenten der Zahnmedizin der Katholischen Universität Santa María; die Studenten holten die Kinder im Heim ab, brachten sie zur Universität, wo die jeweiligen Behandlungen vorgenommen wurden, und lieferten sie wieder im Heim ab. Für dieses alles lag uns jeweils eine Einverständniserklärung der Eltern vor.
4.4 Im August wurde für die Schüler I, II und III ein Video gezeigt und ein Vortrag gehalten über das Thema "Geduld, Respekt und Werte", die Referentin war die Psychologin Shirley Olaguivel vom Zentrum Bolognesi.
5. SOZIALES
Miriam führt weiterhin ihre gewohnte Sozialarbeit durch, ebenso die Supervision der Lehrerinnen der fünf Klassen. Außerdem legte sie mir schon den Bericht über die sozio-ökonomische Situation der Eltern vor, den ich Ihnen zusenden werde.
6. PRAKTIKANTEN
Weiterhin ist Melanie Schonhardt bei uns, Ende August kam Vera Poppe an, beide Praktikantinnen leisten gute Arbeit und füllen ihre Funktionen aus.
7. WERKSTATT
Die Produkte gehen der Fertigstellung entgegen, um in der ersten Oktoberwoche nach Deutschland abgeschickt zu werden.
8. SICHERHEIT
Der Service der Nationalen Polizei besteht weiterhin.
9. HEIMKINDER
Luzmila: In der Schule kommt sie einigermaßen zurecht, ihr bestes Fach ist weiterhin die Mathematik, sie sieht das alles jedoch ziemlich locker, von Verantwortlichkeit hält sie nicht viel. Wir müssen immer hinter ihr her sein und sie kontrollieren, manchmal gerate ich aus dem Häuschen, dann ändert sie ihr Verhalten, doch nur so lange, bis sie sieht, dass ich wieder im Gleichgewicht bin.
Auch in ihrem Benehmen ist sie nicht gerade vorbildlich, manchmal etwas widerspenstig gegenüber den Frauen im Heim und immer mit einer raschen Ausrede zur Hand, um nichts tun zu müssen. Zu ihrem Geburtstag am 18.September richtete ich wie jedes Jahr ein Fest in ihrer Schule aus, es gefiel ihr sehr gut und sie tanzte und tanzte. Ich war mit den Praktikantinnen hingegangen und mit Félix, Rocío und Mauricio, es war wirklich sehr nett und unterhaltsam.
Zu der Sauberkeitsfrage ist zu sagen, dass es wie mit den Schulaufgaben ist: man muss hinter ihr her sein, aber es ist viel besser als früher. Gesundheitlich geht es ihr gut, außer gelegentlichen Erkältungen.
Rosel: Im ersten Halbjahr fiel er bei zwei Kursen durch, aber er lernt, um das aufzuholen. Da er im letzten Schuljahr ist, sind sie alle mit den Vorbereitungen und der Organisation der Abschlussfahrt beschäftigt und er ist sehr aufgeregt angesichts dieser Reise.
Sein Verhalten ist in Ordnung, faul ist er immer noch, doch das ist bekanntlich nichts Außergewöhnliches. Gesundheitlich ist er gut in Form.
Félix: An den Wochenenden lernt er weiterhin in der Akademie und unter der Woche im Heim, fast täglich frage ich ihn, wie es läuft und ob er sich Mühe gibt. Das bestätigt er mir immer und ich hoffe, dass es stimmt, denn er ist schon zwanzig Jahre alt und muss sich für seine Zukunft selbst verantwortlich fühlen. Er sagt mir immer, dass er Mathematik und Physik nicht sehr gut versteht, und ich riet ihm, sich gerade in diesen Kursen noch mehr anzustrengen, um sie zu bestehen, hoffen wir, dass die Ergebnisse günstig sind!
Er hilft weiterhin bei verschiedenen Aufgaben im Heim und ist sehr nützlich. Sein Verhalten ist gut, es gab keine Klagen über ihn, die Situation in Bezug auf Lucy hat sich zwar nicht gebessert, doch da hoffe ich jetzt auf eine baldige Veränderung. Gesundheitlich geht es ihm gut, mit Ausnahme einer gelegentlichen Erkältung.
Juan Pablo: Ich hatte Probleme mit ihm hinsichtlich der Arbeit. Er bat mich um Erlaubnis, um jeden Morgen zum Arbeiten zu gehen, zum Waschen und Pflegen von Autos an verschiedenen Plätzen in der Stadt. Natürlich ließ ich ihn das tun, doch mit der einen Bedingung, dass er mir zeigen müsste, was er am Tag verdient, um zu sehen, ob es sich lohnte. Das tat er auch einige Zeit, danach hörte er damit auf und erklärte, dass er nicht bezahlt würde oder dass er das Geld verliehen hätte. Er kam immer ein bisschen zu spät zum Essen ins Heim, was zur Folge hatte, dass er bei keiner Arbeit half. Schließlich hatte ich genug davon und sagte ihm, dass er nicht mehr gehen dürfe, bis er mir wieder seinen Verdienst zeigte. Er tat es jedoch nicht und jetzt bleibt er wieder im Heim und arbeitet hier entsprechend dem Plan, den wir aufgestellt hatten.
Das System, das wir mit der Tante vereinbart haben, dass sie seine jeweilige Ankunft und das Weggehen für uns aufschreibt, funktioniert bis jetzt gut.
Im Verhalten ist er ruhiger geworden, denn er weiß, dass ich keine Ungezogenheiten akzeptiere.
Die bei ihm durchgeführten Kontrollen waren alle negativ mit Ausnahme einer Untersuchung auf eine Geschlechtskrankheit, aber die Behandlung ist im Gang und wir nehmen an, dass er davon schon genesen ist, doch natürlich wird noch eine Untersuchung zur Bestätigung vorgenommen; sobald sie mir vorliegt, werde ich sie an Sie weiterleiten. Sonst ist er stark wie ein Ochse, außer unerheblichen Erkältungen.
Nun gut, liebe Freunde, das ist alles für heute, ich hoffe, dass Sie sich genügend informiert fühlen.
Bis bald, María Elena.
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