Berichte aus Arequipa
 

März 2003

 

1. - SCHÜLER I, II und III

 

Schüler 1:

Wie jedes Jahr ist die Teilnahme der Kinder in diesem letzten Trimester geringer, da viele Eltern die Erlaubnis erbitten, sie in ihre Heimatdörfer mitzunehmen oder einfach, mehr Zeit mit ihnen zuhause zu verbringen. Im Sommer ist die Arbeit in der Schule etwas entspannter und lediglich im Monat März wird manches von dem, das im Vorjahr gelernt wurde, wiederholt, um die Kenntnisse aufzufrischen. Jacqueline  hatte Pech und muss das Jahr wiederholen, man sah das schon kommen, dagegen gelang es Fabiola und Mili, versetzt zu werden.

Das Verhalten der Kinder besserte sich beträchtlich, wohl auch, weil ihre Zahl geringer wurde, Ricardo ist selbstverständlich weiterhin sehr unruhig, aber nicht mehr ganz so schrecklich.

 

Schüler II:

Wie bei den Schülern I nahm die Teilnahme ab und wie jeden Sommer wurden die Klassen II und III zu einer einzigen zusammengelegt. Ebenfalls wie immer im Sommer entspannten sich die Kinder mehr, sie arbeiteten nicht so viel und erholten sich beim Spielen, nur im März mussten sie sich wegen der Wiederholungen nochmals anstrengen.

Ihr Verhalten war wie immer, die lebhaftesten beruhigten sich ein bisschen, da sie nicht so viele Gefährten hatten, um Streiche mit ihnen auszuhecken.

 

Schüler III:

Wie bei den vorgenannten Gruppen verringerte sich die Zahl der Teilnehmer ziemlich und die Arbeit mit ihnen in diesen Monaten war erholsamer. Die schlechte Nachricht ist, dass María Elena  das Jahr wiederholen muss, sie überraschte uns damit, dass ihr dasselbe passierte wie ihrer Schwester im vergangenen Jahr, die auch nicht in die nächste Klasse vorrückte.

 

2. - VORSCHULKINDER

Im Sommer kamen wie immer weniger Kinder und die Arbeit mit ihnen war entspannter und erholsamer. Paulo  wurde abgemeldet, da seine Mutter in eine andere Stadt umziehen wollte. Im Verhalten kehrte Nicolás zu seiner alten Aggressivität zurück und zwar in solchem Maße, dass Nataly  ein Vorschulkind, nicht in das Heim gehen will aus Angst vor Nicolás, denn er rempelt sie an und hält das arme Kind in Angst und Schrecken.

Wir sprachen mit der Mutter, denn inzwischen ist viel Zeit vergangen, ohne dass sich die Situation besserte, doch diese konnte nichts klären. Deshalb und im Interesse der Mehrheit der anderen Kinder mussten wir ihn wegschicken. Vielleicht bessert sich sein Verhalten in einer anderen Umgebung und mit anderen Kindern, wir hoffen dies aufrichtig zu seinem eigenen Besten. Der Mutter rieten wir, weiter mit ihm zum Psychologen zu gehen, damit er wirksamere Hilfe erfährt, sie versprach, es zu tun.

 

3. - DAS NEST

Sehr wenige Kinder und folglich eine entspanntere Arbeit. Die Lehrerinnen arbeiteten freier, da sie sich an keinen strikten Erziehungsplan zu halten brauchten, das heißt allerdings nicht, dass nicht auch spielerisch gelernt werden kann. Die Kinder hatten mehr Spaß, aber wie in den anderen Gruppen mussten auch sie im Monat März den Lehrstoff des Vorjahrs wiederholen, um ihr Gedächtnis aufzufrischen. Das Verhalten war gut, hauptsächlich bedingt durch die geringe Anzahl der kleinen Teilnehmer.

 

4. - GESUNDHEIT

4.1       Die Psychologie-Abteilung des Gesundheitszentrums Francisco Bolognesi kam

mit Video-Aufführungen für die drei Schülergruppen zu uns, es ging um Werte und ethisches Verhalten, die Themen lauteten "woher wir kommen" und "die richtige Haltung gegenüber dem Laster".

 

5. - SOZIALES

Während dieser Zeit führte Miriam die sozio-ökonomische Studie über die Eltern durch, die wir Ihnen später zukommen lassen werden. Ebenso besprach sie mit den Lehrerinnen die für die Kinder während dieser Ferienzeit vorgesehenen Aktivitäten, wobei die Schwerpunkte auf manuellen Arbeiten in den Werkstätten und beim Sport lagen. Andererseits hatten die Kinder wie jedes Jahr ihren Schwimmunterricht im Olympiaschwimmbad von Cayma, wobei wir von der Nationalen Polizei unterstützt wurden. Zu diesem Zweck verhandelte Miriam mit dem Leiter des Schwimmbads und erledigte die damit zusammenhängenden Formalitäten, alles natürlich neben ihren sonstigen Aufgaben.

 

6. - PRAKTIKANTINNEN

Danielle Muller war fast den ganzen Sommer über allein. Im März kamen die neuen Praktikantinnen Melanie Schonhardt und Anja Janché an. Danielle war in ihrer Arbeit im Heim sehr tüchtig und verstand sich vor allem sehr gut mit den Jugendlichen im Haus. Ihre Arbeit war oft um ein Uhr noch nicht zu Ende, sie blieb noch stundenlang bei den Kindern aus der Vorschulgruppe, weil sie sich dabei wohl  fühlte.

 

7. - WERKSTATT

Die von Doris in ihrem neuen Auftrag bestellten Artikel werden hergestellt.

 

8. - SICHERHEIT

Die vom Personal der Nationalen Polizei angebotenen Dienste werden weitergeführt.

 

9. - REISE AN DEN STRAND

Wie jedes Jahr fragten wir bei dem Rotary-Club an, ob sie uns ihre Einrichtungen in Mollendo überließen, und sie sagten wieder zu. Abgesehen von dem Betreuungspersonal wurden insgesamt 42 Kinder angemeldet. Sie hatten jeweils S/. 10.00 (zehn neue Sol) zu bezahlen, den Rest übernahmen wir (mit Geld, das von Weihnachten und von anderen Spenden übrig war). Der Rotary-Club berechnete S/. 1.00 (ein neuer Sol) pro Person, das Transportunternehmen kostete S/. 14.00 (vierzehn neue Sol) pro Kopf für die Hin- und Rückfahrt. Überflüssig zu sagen, dass die Kinder sich bestens vergnügten, den Strand mit Eifer nutzten und gebräunt und glücklich zurückkehrten.

 

10. - HEIMKINDER

Ich füge die Berichte über die Kinder bei, die ich den Paten geschickt habe, da sie ausführlicher sind.

 LUZMILA

In der Schule beendete sie das Jahr zufrieden stellend, sie ist nicht gerade ein As, aber sie schlägt sich tapfer. Natürlich muss ich wie in ihrem ganzen Leben hinter ihr her sein wegen der Hausaufgaben, aber das Dickerchen gibt sich Mühe. Wie Sie wissen, hörte das Schuljahr Ende Januar auf. Ende November vergangenen Jahres hatte sie ihre gewohnte Theateraufführung, bei der sie singt und tanzt, doch ihre Teilnahme war gefährdet, weil sie anfing, häufiger als gewohnt das Bett zu nässen und ich ihr die Bedingung stellte, dass sie nur mitmachen könnte, wenn das aufhöre. Schließlich hörte es nicht ganz auf, wurde aber so wie vorher und sie tat mir leid mit all ihrer Begeisterung, deshalb ließ ich sie teilnehmen. Wie immer war es eine sehr unterhaltsame und hübsche Aufführung, es ist unglaublich, was die Kinder alles zustande bringen.

An ihrem Geburtstag im September wünschte sie, dass er in der Schule gefeiert würde, wir organisierten ihr ein Fest mit ihren Klassenkameraden, bei dem sie sich mit Hot Dogs, Limonade und anderen Sachen voll stopften, sie nahmen wirklich eine Menge zu sich, tanzten und hatten viel Spaß. Unser Pummelchen, obwohl es kaum zu glauben ist, aß am allerwenigsten, es geschehen noch Wunder!

Während der Ferien im Februar konnte sie mit all den anderen Kindern an den Strand fahren, und ich glaube, sie gehörte zu denen, die sich am meisten vergnügten. Sie schwamm wie ein Fisch (ein etwas rundlicher Fisch) und spielte mit allen. Bei einer Gelegenheit wurde sie vom Meer so heftig umgeworfen, dass ihr die Nase blutete, trotzdem schreckte es sie nicht ab und sie badete tapfer weiter. Den Rest ihrer Ferien verbrachte sie bei den anderen Kindern des Heims und holte einige Kurse der Schule nach (aus eigener Initiative, ein kleines Wunder!).

In ihrer Körperpflege hat sich nicht viel geändert, sie ist sorgfältiger bei ihrer Kleidung und sieht auch sauberer aus, man muss sie aber stets an das Zähneputzen erinnern und daran, dass sie sich nicht nassmacht, zum Glück passiert das immer seltener. Was mir ein bisschen Sorge macht, ist, dass sie ziemlich zugenommen hat, sie wiegt 59 Kilo und das ist zuviel für ihre Größe und ihr Alter, jeder sagt mir, dass sie wie eine dicke Frau aussieht. Ich sprach mit ihr und sagte ihr, dass sie weniger essen solle, doch dafür müsste ich den ganzen Tag hinter ihr her sein. Ich erklärte ihr auch, dass es schlecht ist für ihr Schulterproblem und hoffe, dass ihr das einleuchtet. Sie setzt ihre Physiotherapie fort, aber ich weiß nicht, was ihr das bringt bei all den Speckröllchen.

Ihr Verhalten ist in Ordnung, sie hat nichts sehr Schlimmes getan, nur Kindereien. Ich rede immer mit ihr und versuche, sie zum Nachdenken zu bringen, denn wenn sie die Sachen der anderen drei Bewohner nimmt, ohne diese darum zu bitten, ärgern sich diese zu Recht. In der letzten Zeit ist sie ein bisschen ruhiger geworden. Ich vergaß, Ihnen zu erzählen, dass sie zu Weihnachten, genauer gesagt Heilig Abend, nach Hause zu Giovanna Alvarez eingeladen wurde, da einer ihrer Brüder ihr Pate ist. Sie war darüber glücklich und zufrieden.

Gesundheitlich geht es ihr gut, abgesehen von gelegentlichen Erkältungen. Das ist nun alles für heute, bis zum nächsten Mal!

 

ROSEL:

Er schloss das Jahr gut ab, ohne besondere Neuigkeiten und mit guten, wenn auch nicht ausgezeichneten Noten, das ist in Ordnung so. Wie im Spiel fing er jetzt sein letztes Schuljahr an, es ist unglaublich, wie die Zeit vergeht, ja verfliegt!!!

Im Sommer half er mir immer bei den Einkäufen (er war mein Begleiter, wenn Rocío nicht da war) und bei der Gartenpflege und anderen kleinen Arbeiten.

Er nutzte die Gelegenheit, als die Kinder zum Strand fuhren, um mitzufahren, aber er half auch beim Personal mit. Es war nicht alles Vergnügen für ihn, seine Aufgabe war es, die Kinder zu überwachen und immer zu schauen, wo sie waren, er machte es sehr gut.

Weiterhin pflegt er seine Kleider sehr, was so weit geht, dass er immer dasselbe trägt und ich ihm sagen muss, dass er mal was anderes anzieht und alles gleichmäßig abnutzt, denn ich weiß nicht, für wen er seine Sachen schont, außer vielleicht für den quirligen Felix, seinen Bruder, der manchmal seine Kleider anzieht, doch warum dann so viel Sorgfalt? Mit Juan Pablo passiert das genaue Gegenteil, dieser zieht aus nichtigem Grund seine Feiertagskleider zum Putzen an, es ist die Höhe!!!

Zu seinem Geburtstag im Februar bat er darum, dass wir zum "Chifa" essen gehen, es war ihm ein Genuss, denn er isst am liebsten chinesisch, es befriedigte ihn sehr. Wie alt er schon ist, wie im Spiel wurde er 17!

Weihnachten verbrachte er bei seinen anderen Geschwistern, doch er hielt es nur einige Tage aus, danach kehrte er niedergeschlagen zurück, die Besuche bei seiner Familie begeistern ihn nicht. Sein Verhalten ist wie immer gut, er ist weder rebellisch noch sehr lebhaft, eher ruhig und gesetzt, manchmal möchte man ihn schütteln, um zu sehen, ob er atmet!

Gesundheitlich ist bis auf gelegentliche Erkältungen alles in Ordnung, er ist stark wie ein Stier, wenngleich dieser Vergleich sonst in keiner Weise zutrifft!

Nun, das ist alles für heute, bis bald.

 

FELIX:

Er beendete die Schule, alle Probleme wegen der schlechten Noten konnte er bestens bewältigen und wie Sie wissen, war das sein letztes Jahr. Deshalb sprachen wir darüber, was er studieren wolle und wo, und schließlich wählte er die Nationale Universität von San Agustín aus und den Beruf Zivilingenieur. Um hier an der Universität angenommen zu werden, muss man eine ziemlich schwierige Prüfung ablegen und es gibt eine große Menge Bewerber. Die Kenntnisse aus der Schule reichen nicht aus, um die Prüfung zu bestehen, deshalb meldete ich Félix bei einer Vorbereitungsakademie für die Universität an. Er strengt sich ziemlich an, wiederholt andauernd das Gelernte und ich hoffe, dass es gut geht, doch ein bisschen skeptisch bin ich schon, denn es wird viel Fleiß vorausgesetzt und das für mehr als 3 Monate. Die Prüfung findet Ende April statt und es gibt keinen weiteren Aufschub, mal sehen! Falls er nicht aufgenommen wird, muß ich mit ihm sprechen, denn die nächste Prüfung ist im November und er müsste diese ganze Zeit zum Lernen nutzen. Die Akademien müssen bezahlt werden, er ist in einer relativ billigen, sie kostet S/. 110,00 monatlich. Doch wenn er nicht besteht, möchte ich ihn in einer besseren anmelden, die größere Anforderungen stellt, aber auch teurer ist. Ich werde alles genau überprüfen und wenn die Ergebnisse der Prüfung vorliegen, müssen wir weitersehen.

            Wegen seiner Prüfungsvorbereitung für die Universität konnte er nicht mit zum Strand fahren, außer an einem Wochenende, zu dem ihn die Praktikantin Danielle einlud, doch eine große Hilfe war er uns nicht, da er ständig über seinen Büchern saß.

Zu seinem Geburtstag im Februar war es sein Wunsch, Pasta essen zu gehen ,wobei er viel Spaß hatte, denn er liebt italienisches Essen. Rosel und er sind offen für neue Geschmacksnuancen, ganz das Gegenteil von Juan Pablo und Luzmila.

Zu seinem Verhalten sagte man mir, dass es mit dem heimlichen Weggehen vorbei ist, wahrscheinlich kommt es daher, dass er jetzt an die Akademie geht und vor allem, dass er neben dem Lernen auch mehr Zeit zum Umgang mit anderen hat als in der Schule, hoffentlich hält das an.

Das einzige ernste Problem, das ich mit ihm hatte, betrifft einen Hund. Obgleich ich den Kindern immer wieder gesagt und bei mehreren Gelegenheiten näher erklärt hatte, dass wir im Heim aus verschiedenen Gründen keinen Hund halten können, wünschte er sich von seinem Firmungspaten (einem Freund der Praktikantin Danielle) einen Hund, den er auch erhielt. Er dachte sich einen raffinierten Plan aus, damit ich, falls ich den Hund im Haus sehen würde, nichts sagen könne, und dazu benutzte er Danielle, die sich ziemlich mit ihm und Rosel angefreundet hatte. Natürlich sagte er der Praktikantin nicht, dass Tiere im Haus wegen der Gefahr für die Kinder nicht erlaubt seien, es war ihm alles egal, was wir besprochen hatten, und für mich entstand ein ziemliches Problem mit Danielle. Erst nach langem Reden verstand sie meine Gründe und es wurde ihr auch klar, dass Félix nicht richtig gehandelt hatte, denn er hatte gelogen, als er ihr sagte, dass ich einverstanden sei. Schließlich redete ich auch nochmals mit ihm, doch das Gespräch verlief nicht gut, weil auch die Praktikantin in die Sache verwickelt war, die sowieso eine etwas komplizierte Person ist. Ich sagte ihm, dass er mir, je älter er wird, umso mehr Schwierigkeiten macht; er mußte den Hund woanders hinbringen und es ist nun sein Problem, ob er sich um ihn kümmern kann oder nicht. Wenn er eine Verantwortung auf sich nimmt, muß er ihr auch gewachsen sein und er ist alt genug, um zu wissen, dass alle seine Entscheidungen, ob gute oder schlechte, ihre Folgen nach sich ziehen. Außerdem wies ich ihn darauf hin, dass er sich besser auf seine Studienvorbereitungen konzentrieren sollte, das ist im Moment das Wichtigste für ihn.

Den Sport vernachlässigt er zur Zeit, ich hoffe, dass das nur vorübergehend ist, und sein Verhalten im Heim ist normal, er ist zu niemandem ungezogen, aber er nimmt immer eine Haltung ein, als wisse er alles und sei der einzige, der nach Lust und Laune über sein Leben zu bestimmen habe, doch es ist dieses verflixte Alter, wer hätte gedacht, dass die Probleme nicht nur zahlreicher, sondern auch immer komplizierter werden! Ich sagte ihm schon, dass er seine Rolle als rebellischer Jugendlicher nicht übertreiben und endlich ein bisschen Reife erlangen solle. Jedoch ist er, trotz aller meiner Klagen, ein guter Junge, er ist nicht missraten und ist eine relativ ruhige Person.

In gesundheitlicher Hinsicht nahm er ein bisschen ab, denn er hatte eine starke Grippe, seine Abwehrkräfte waren im Keller, nehme ich an, doch inzwischen gibt er sich Mühe, von allem zu essen, vorher wollte er nur Appetithappen zu sich nehmen. Weihnachten verbrachte er mit seinen Geschwistern, doch er blieb nur wenige Tage.

Nun, das ist alles über Félix, ich hoffe, dass Sie jetzt gut im Bilde sind.

 

JUAN PABLO

Seine Suche nach Arbeit ist in den meisten Fällen erfolglos, selten gelingt es ihm, etwas Nützliches zu finden, doch so ist die Lage im ganzen Land. Seine Arbeit im Heim erledigt er normal, allerdings muss man ihn stets überwachen, denn er kümmert sich nicht viel darum, was Nancy aus der Küche ihm sagt, und ich muss aufpassen, damit er seine Pflichten erfüllt. Er ist ganz schön faul und am liebsten redet über das, was alle anderen machen, ohne selbst etwas zu tun. Ähnlich ist es mit der Instandhaltung des Zimmers, das er sich mit Félix und Rosel teilt, die reinste Schweinerei und die beiden anderen beklagen sich darüber, dass er schlecht riecht und so unordentlich ist. Ich muss ständig hinter ihm her sein, denn was ich sage, geht ihm zu einem Ohr hinein und zum anderen heraus, ich warnte ihn inzwischen, dass ich es weggebe, wenn ich wieder etwas finde, was nicht an seinem Platz ist, mal sehen, ob es etwas nutzt.

Immer muss er ermahnt werden, damit er badet, seine Kleider wechselt usw., denn weil er zum Waschen zu faul ist, ist er imstande, eine Woche lang dasselbe anzuziehen. Das hat zur Folge, dass von den Kleidern, die ich ihm letztes Mal kaufte, einschließlich der Schuhe, fast nichts mehr da ist, er macht alles kaputt, da er seine besten Kleider sogar zum Putzen anzieht und sie nicht wäscht, bis sie ihm vom Leib fallen, dadurch sind sie viel schneller abgetragen und halten nicht lange. Ich sprach schon bis zur Erschöpfung mit ihm darüber, aber er versteht es nicht. Deshalb befehle ich ihm jedes Mal, wenn ich ihn schmutzig oder mit schmutzigen Kleidern sehe, dass er sich umzieht oder badet. Sogar im Krankenhaus, wo er ein oder zwei Mal zur Untersuchung hin musste, wollten sich die Leute nicht neben ihn setzen und der Arzt sagte es ihm direkt, dass er ein Schmutzfink sei und als er ihn untersuchte, tat er das aus einer gewissen Entfernung.

Juan Pablo scheint diese Schande gern zu ertragen, doch wenn er ordentlich ist (sauber und sauber gekleidet), behandeln ihn die Leute ganz anders, ich hoffe, dass er sich das eines Tages klarmacht und besser auf seine Erscheinung achtet.

An den Wochenende geht er weiterhin zu seiner Tante, ich habe keine Nachrichten von ihr und nehme an, dass alles in Ordnung ist.

Sein Verhalten ist wie immer, ich habe keine Klagen in dieser Hinsicht gehört, doch einige Male erfuhr ich, dass er vor allem die Frauen in der Küche anschreit und sie bei ihrem Vornamen nennt, sie sagen jedoch nichts und wenn sie sich das gefallen lassen und es ihm durchgehen lassen, ist es ihr Problem.

Wir achten immer darauf, dass er nicht bei den Kindern ist, Vorbeugen ist besser als Heilen, ich möchte keine unangenehmen Überraschungen erleben.

Seine Gesundheit ist stabil, doch er klagt ständig über irgendetwas und ich sagte ihm bereits, dass er versichert ist und zum Arzt gehen solle, wann immer er will, denn er ist erwachsen. Die Ärzte kennen ihn schon und geben ihm deshalb immer Tabletten gegen den Schmerz oder ein anderes harmloses Mittel, damit er ihnen nicht lästig wird - es ist kaum zu glauben, er ist fasziniert davon, krank zu sein, vielleicht, damit er nichts zu tun braucht? Sein Pigmentmangel besteht weiter, fast die Hälfte der Haare auf seinem Kopf sind grau und das macht ihm große Sorge, denn er sagt, es lasse ihn alt aussehen, eitel ist er auch noch!!!

Das war's nun über Juan Pablo, bis zum nächsten Mal herzliche Grüße.

 

María Elena.
 

 
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