Januar 2004
1. SCHÜLER I, II und III
Schüler I:
Am Ende dieses Schuljahrs wurden alle versetzt, da ihre Beurteilungen besser geworden waren. Die Kinder, die das ganze Jahr über mäßige Leistungen gezeigt hatten, strengten sich an und hatten keine Probleme. Hinsichtlich der Hygiene kommen Marco, Ricardo, Martín, Carlos , Nathaly und Angela ein bisschen ungepflegt daher, wir sprachen jedoch darüber schon mit den Eltern. Das Verhalten war gut, sie sind alle verspielt und lebhaft, doch nicht im Übermaß.
Schüler II:
Es wurden alle versetzt, doch zwei der Kinder, Katiuska und Wilfredo, müssen in den Ferien Nachholkurse besuchen. Dass die Kinder in das neue Schuljahr versetzt wurden, bedeutet nicht, dass sie gute Noten hätten, diese sind vielmehr ziemlich mäßig. Es war nach ihren Leistungen das Jahr über nicht anders zu erwarten, sie strengten sich lediglich ein bisschen an, um nicht zu den Nachholkursen gehen zu müssen.
Dazu ist zu sagen, dass sich die Lehrer in den öffentlichen Schulen nicht sehr viel Mühe geben, damit die Kinder lernen, am Ende lassen sie diese durchkommen, um keine Probleme mit ihren Direktoren zu bekommen. Denn wenn die Mehrheit der Klasse extrem schlechte Noten hätte oder wiederholen müsste, würde das auffallen, und diese Haltung wirkt sich auf die Kinder aus und weckt keine Lernbereitschaft.
Hinsichtlich der Hygiene ist kein großer Wandel eingetreten, wir empfehlen den Eltern und den Kindern stets, etwas mehr auf ihre Erscheinung zu achten, doch wie es im Sprichwort heißt: Keiner ist tauber als der, der nicht hören will!
Im Verhalten sind sie etwas ruhiger geworden, doch immer noch lebhaft genug.
Schüler III:
Auch hier wurden alle versetzt, nur Alexanders muss im Sommer den Nachholkurs besuchen. Die Zwillinge Castillo sowie Beatriz und Luis Fernandos gaben sich ein bisschen Mühe und schafften es in die nächste Klasse, allerdings mit sehr mäßigen Noten. Hinsichtlich Magda wissen wir noch nichts, denn sie ließ sich freigeben und und brachte uns das Zeugnis noch nicht, wir nehmen aber an, dass sie auch versetzt wurde.
Das Verhalten der Zwillinge besserte sich ein wenig, sie sind jedoch immer noch ein streitsüchtiges Paar, die übrigen kontrollieren ihr Ungestüm etwas besser, ohne dass sie deshalb Heilige geworden wären - kurzum, es gibt von allem ein bisschen, doch das Umfeld der Klasse ist normal zu nennen.
2. VORSCHULKINDER
Aus der ganzen Gruppe haben nur Diego, Benjamín und Jesús das Ziel nicht erreicht, die anderen schlossen das Schuljahr gut ab. Die Lehrerinnen schrieben einen Bericht über die Kinder in Bezug auf Kommunikationsfähigkeit, logisch-mathematisches Denken, soziale Kompetenz, Wissen und Umwelt sowie Hygiene und Verhalten. Beide Betreuerinnen legten uns rechtzeitig ihre Tagesberichte und Mappen vor, koordinierten ihre Arbeit gut und hielten sich an die Programme, was den Kindern sehr zugute kam.
Was sein Verhalten betrifft, macht Diego mit seinen Ungezogenheiten weiter, auch die Sitzungen mit der Psychologin konnten seine Aggressivität nicht dämpfen. Wir sprachen über ihn mit den Lehrerinnen und mit Miriam und kamen zu dem Schluss, dass wir ihn wegschicken müssen, sofern nicht eine wesentliche Besserung eintritt, denn die anderen Mütter beklagen sich ständig darüber, dass der Junge ihre Kinder schlägt. Wir werden ihm eine angemessene Frist gewähren und dann die notwendigen Schritte unternehmen.
3. DAS NEST
Carmen Rosa übertraf sich selbst beim Schuljahresschluss, sie besserte sich beträchtlich, ganz im Gegensatz zu Renzo , der Sprachprobleme hat, bei denen wir ihn aber mehr zu unterstützen versuchen.
Bei den übrigen klappt alles gut, sie schlossen das Schuljahr gut ab und dies nicht nur in pädagogischer Hinsicht, sondern auch in ihren täglichen Gewohnheiten, in ihrer Entwicklung und ihrem Benehmen. Die Lehrerinnen beider Gruppen legten einen allgemeinen Bericht vor sowie eine Bewertung des erreichten Lern-Niveaus hinsichtlich der Kommunikationsfähigkeit, des mathematisch-logischen Denkens, der sozialen Kompetenz, des Wissens und der Umwelt, der Hygiene und dem Verhalten. Die beiden Lehrerinnen arbeiteten sehr gut zusammen und hielten sich an die aufgestellten Programme.
Das Verhalten der Kinder insgesamt ist normal, sie sind im allgemeinen eher ruhig.
4. GESUNDHEIT
4.1. Gewichts- und Größenkontrolle bei allen Kindern der Institution.
4.2. Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs bei den Familienmüttern mit Unterstützung durch das Gesundheitszentrum Francisco Bolognesi.
4.3. Das Zahnprogramm wird mit Unterstützung durch die Katholische Universität Santa Maria fortgeführt.
4.4. Im Monat Dezember wurde den Schülern ein Videofilm über Weihnachten gezeigt, auch dies organisiert durch das Gesundheitsprogramm Francisco Bolognesi.
5. SOZIALES
Miriam fuhr mit ihrer normalen Arbeit fort, ebenso mit der Überwachung der pädagogischen Arbeit der Lehrerinnen. Es läuft alles in geordneten Bahnen.
6. PRAKTIKANTEN
Wir werden weiterhin unterstützt durch Melanie Schonhardt und Vera Poppe, die beide tüchtige Arbeit leisten.
7. WERKSTATT
Die Arbeit ist weniger geworden, es werden jedoch weiterhin Produkte ausgearbeitet, die sich besser in der Stadt verkaufen lassen wie zum Beispiel Weihnachtskarten und Buchzeichen.
8. SICHERHEIT
In dieser Hinsicht können wir wie immer auf die Polizei zählen.
9. WEIHNACHTSFEIER
Wir hielten sie am 19.Dezember ab und es war sehr vergnüglich, immer wenn die Kinder teilnehmen klappt es sehr gut. Mit dem Geld, das Sie uns dafür schickten und mit dem, das vom Vorjahr noch übrig war (die Abrechnung habe ich schon an Andreas geschickt) kauften wir 2 Unterhosen und 2 Paar Strümpfe für alle Kinder; den Kleinen des Nests und der Vorschulklasse gaben wir ein Spielzeug (ich hatte noch ein paar Dinge aus den vergangenen Jahren) und den Schülern je ein T-Shirt. Außerdem erhielten sie einen Beutel mit Süßigkeiten und ein reichhaltiges Mittagessen, Limonade eingeschlossen - sie waren begeistert! Den Müttern gaben wir 1 Kilo Zucker und 1 Dose Kondensmilch und am Schluss der Veranstaltung reichten wir natürlich köstliche heiße Schokolade und Biskuits. Die Mütter baten mich, Ihnen zu sagen, dass sie sehr dankbar für das alles sind, denn ihre Kinder hatten eine sehr gute Zeit.
10. HEIMKINDER
Luzmila: Sie geht noch bis Ende Januar zur Schule, doch in ihren Leistungen bleibt sie sich gleich, sie ist keine schlechte Schülerin, aber das Lernen begeistert sie nicht und sie strengt sich so wenig wie möglich an. Sie lernt weiterhin mit mir und das funktioniert auch gut, ein bisschen hat sie sich gebessert und ich muss nicht mehr pausenlos hinter ihr her sein, doch dass sie ihre Aufgaben allein macht, daran ist nicht zu denken! Im November trat sie wieder in der jährlichen Tanz- und Theateraufführung auf, was sie sehr gut machte, und wir hatten viel Vergnügen dabei, am allermeisten natürlich sie selbst. Ihr Verhalten hat sich ziemlich gebessert, sie gibt nicht mehr so viele Widerreden, doch die Faulheit ist ihr angeboren und sie ist stets bestrebt, sich jede Art von Arbeit vom Leibe zu halten. In punkto persönlicher Sauberkeit hat sich nicht viel geändert, man muss sie überwachen, auch ist sie immer noch ziemlich dick, sie sieht aus wie eine Frau. Ich kann noch so viel mit ihr über ihr Gewicht sprechen und über das Problem mit ihrer Wirbelsäule, sie wird nicht dünner und ich muss mir wohl andere Maßnahmen ausdenken.
Gesundheitlich geht es ihr außer einer Erkältung sehr gut.
Rosel: Er schloss das Jahr ohne Probleme ab, allerdings sind seine Noten nicht sehr gut. Jetzt bereitet er sich darauf vor, an die Universität zu gehen, er möchte sich für Jura bewerben, hoffentlich wird er aufgenommen! Auf seiner Abschlussreise war er in Chivay und Camaná, was ihm sehr gut gefiel. Sein Verhalten ist wie immer gut, aber Faulheit ist auch bei ihm ein Wesenszug. Gesundheitlich geht es ihm gut.
Félix: Er bewarb sich wieder bei der Universität und wurde nicht angenommen und ich hatte ein ziemliches Problem mit ihm, denn ich stellte fest, dass er in vielen Fällen nicht auf die Vorbereitungsakademie gegangen war und im Haus lernte er natürlich nichts, sodass er wieder durchfiel. Wenn ihn jemand fragte, warum er nicht lerne, sagte er, dass er gar nicht auf die Universität gehen wollte, sondern dass dies meine Idee gewesen sei. Daraufhin sprach ich natürlich mit ihm, um dies aufzuklären. Er stritt alles ab und sagte, dass er am Anfang schon hatte auf die Universität gehen wollen, dass er aber nach all den Prüfungen kein Interesse mehr daran hätte, da diese so schwer seien. Am Ende einer langen Aussprache sagte er mir, dass er irgendetwas Technisches lernen wolle und dass er sich anstrengen würde. Ich war sehr deutlich mit ihm und machte ihm klar, dass dies seine letzte Chance sei, denn wenn er nicht lernen wolle, müsse er arbeiten und bei seinen Geschwistern leben. Diese technischen Zentren fangen im Monat April an und in der Zwischenzeit hilft er bei verschiedenen Arbeiten, dabei ist er gut, er ist fleißig und tut, was ich ihm auftrage. Sein Verhalten ist normal, seine Gesundheit gut außer einer Erkältung.
Juan Pablo: Im Oktober hatte er Geburtstag, wir gingen essen und hatten viel Spaß dabei.
Aufgrund des Auftrags, dass für ihn eine Alternative zum Heim gefunden werden sollte, prüfte Miriam, wo er untergebracht werden könnte. Doch wie wir Ihnen schon früher mitteilten, war die einzige Möglichkeit, ihn in ein Heim für Geisteskranke einweisen zu lassen oder ihn im Haus der Tante unterzubringen. Wir entschlossen uns für die letztere Lösung und seit Dezember lebt er jetzt bei seiner Familie und es geht ihm gut, denn dort wird er öfter zu irgendwelchen kleinen Arbeiten bestellt, bei denen er etwas Geld verdient.
Nachdem wir manche Hindernisse überwunden hatten, wurde im Haus der Tante ein Raum fertig und Juan Pablo hat jetzt einen ordentlichen Platz, wo er leben kann. Er teilt ihn mit einem der Söhne der Tante, der jünger ist als er, und es erscheint mir richtig, dass die Tante schließlich das Terrain zur Verfügung stellte und sich um Juan Pablo kümmert, was keine leichte Aufgabe ist. Jeden Monat übergebe ich ihr den Gegenwert von 30.00 $, mit dem Rest zahlen wir die Krankenversicherung. Bis jetzt läuft alles gut und wir hoffen, dass es so bleibt. Ich hatte mit der Tante gute Gespräche über das Geld und sagte ihr, dass sie es hauptsächlich für seinen Unterhalt verwenden müsse, sie weiß, dass wir sie regelmäßig besuchen werden, um zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln, sie sagt, das sei kein Problem für sie.
Das waren jetzt die Informationen für heute, bis zum nächsten Mal grüße ich herzlich,
María Elena.
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