Bericht vom 1. September 2002
1.- SCHÜLER I, II und III
Schüler I:
In diesen drei Monaten war die Teilnahme der Kinder regelmäßig
und wir achteten besonders darauf, daß sie pünktlich eintrafen;
hinsichtlich der Hygiene kommen die meisten sauber an, allerdings sind
drei von ihnen, Fabiola, Ricardo und Jacqueline, sehr ungepflegt, wir sprachen
darüber mit ihren Eltern und wiesen sie darauf hin, daß viele
Krankheiten durch Mangel an Hygiene ausgelöst werden.
Die schulischen Leistungen sind bei manchen der Kinder
sehr gut, zum Beispiel bei Rodrigo, Samuel, Bryan und Jorge, Fabiola und
Jacqueline dagegen machen fast nie ihre Hausaufgaben und interessieren
sich nicht für das Lernen. Es ist immer dasselbe: manche Kinder sind
verantwortungsbewußt und andere überhaupt nicht. Mit diesen
sprechen wir andauernd darüber und hoffen, daß sie Vernunft
annehmen.
Im Verhalten sind Katiuska, Ricardo und Marco Antonio
am auffälligsten.
Schüler II:
Wir legten großen Wert auf regelmäßiges
Kommen und die Kinder gewöhnten sich an pünktliches Eintreffen.
Ruth, Luis Enrique, Raúl und Jhoyci kommen sehr ungepflegt, wir
sprachen mit ihnen und ihren Eltern darüber, damit es besser wird.
Hinsichtlich der schulischen Leistungen sind Jhoyci und Beatriz wie immer die schwersten Fälle, sie machen keine Aufgaben und obgleich wir mit ihren Müttern sprachen, ist fast keine Besserung zu erkennen. Andere Probleme haben Luis Enrique, der sehr langsam ist und nicht leicht lernt, Ana María, die zerstreut und faul ist und schließlich Ruth, die weder Hefte noch anderes Schulmaterial mitbringt. Auch mit ihren Eltern führten wir Gespräche und wiesen sie darauf hin, daß sie besser auf ihre Kinder achten und mit uns zusammenarbeiten müßten.
Verhaltensmäßig beträgt sich Ana María nicht sehr gut, gelinde gesagt; Leonardo ist zu ungehorsam, obgleich zur Zeit eine leichte Besserung zu erkennen ist und die Zwilling Christian und Anthony sind wild und voller Widerrede wie immer.
Schüler III:
Die meisten der Kinder kommen pünktlich mit Ausnahme
von Bayron, der immer sehr spät kommt, wobei man nicht weiß,
wann er die Schule verließ, auch hier sprachen wir mit seinen Eltern
darüber.
Die schulischen Leistungen sind bei Joseph und Luis Fernando
sehr schlecht und da sie fast nie ihre Aufgaben mitbringen oder ein Hausaufgabenheft,
um uns auf dem laufenden zu halten, fanden wir es angebracht, täglich
ihre Hefte nachzusehen und mit anderen Klassenkameraden zu sprechen, um
informiert zu sein. Auch Bayron bringt niemals ein Aufgabenheft mit und
wenn er mit Hausaufgaben ankommt, sind diese sehr spärlich.
Im Verhalten sind Luis Fernando und Joseph am wildesten,
sie gehorchen nicht und geben der Erzieherin freche Antworten.
2. - VORSCHULKINDER
Die Erzieherinnen legten das Jahres-, Monats- und nach
Themen geordnete Programm vor. Die Leistungen der meisten Kinder waren
gut, ausgenommen Ma.Angeles , Diego , Paulo und Luis, die ihr bestes Niveau
noch nicht erreicht haben. Wir ließen die Kinder einige kleine Prüfungsarbeiten
schreiben und konnten feststellen, daß sie gut vorankommen und die
gesetzten Ziele erreichen.
Verhaltensmäßig sind Christian , Jesús
, Nicolás (der schlimmste von allen, er ist sehr ungezogen und drückt
sich unflätig aus), Daniel , Paulo und Diego sehr ungehorsam und manchmal
aggressiv, wenn sie sich angegriffen fühlen. Wir sprechen in diesen
Fällen mit den Kindern und den Eltern, doch eine wesentliche Besserung
tritt nur in seltenen Fällen ein, meistens wird es nur ein bißchen
besser. Wenn das Betragen eines Kindes die anderen daran hindert, zu lernen,
ist es Zeit, drastischere Maßnahmen zu ergreifen, bis jetzt brauchten
wir das allerdings nur einmal zu tun. Nicolás ist jedoch nahe daran,
weggeschickt zu werden - die strengste Maßnahme, die wir anwenden
können. Wir sprachen schon mit seiner Mutter, doch das Kind ändert
sich nicht, wir gaben ihm nochmals eine Chance und werden sehen, wie er
reagiert.
3. - DAS NEST
Die Erzieherinnen legten rechtzeitig das Jahres- und
Monatsprogramm vor, wir rieten ihnen, ein Journal zu führen, um alle
Änderungen im Lauf des Schuljahrs festhalten zu können.
Die Leistungen von drei Kindern sind mäßig,
es sind Jesús , Vanesa und Ricardo , die allerdings neu hinzugekommen
sind, mit den anderen läuft es sehr gut. Auch in dieser Klasse machten
wir unangekündigt eine kleine Prüfung, die ziemlich gut ausfiel.
Das Benehmen der Kinder ist nicht schlecht, es ist kein
aggressiver Anführer unter ihnen, der sie außer Kontrolle bringt,
dadurch gibt es nicht täglich Streit.
4. - GESUNDHEIT
4.1 Mit Unterstützung des Gesundheitszentrums Francisco
Bolognesi wurden das Wachstum, die Entwicklung und die Psychomotorik
der Kinder kontrolliert.
5. - SOZIALES
Miriam macht ihre normale Arbeit weiter, das heißt
sie betreut neue Fälle, überwacht die Arbeiten im Heim, spricht
mit den Eltern, führt die Eier- und Toilettenpapierkontrolle durch,
außerdem macht sie Hausbesuche in besonderen Fällen und arbeitet
mit verschiedenen Institutionen zur Umsetzung von Programmen zusammen,
die vor allem den Gesundheitssektor betreffen.
Eine ihrer Aufgaben ist die Aufsicht über die Erzieherinnen,
sie arbeitet eng mit ihnen zusammen und achtet darauf, daß die Programme
ordentlich eingehalten werden.
Sie und ich konferieren oft miteinander, um über
die Fortschritte in den Klassen zu sprechen und sie liefert die Unterlagen
für die entsprechenden Berichte.
6. - PRAKTIKANTEN
Stefanie Müller und Barbara Grundl sind weiterhin
bei uns und erfüllen ihre Aufgaben sehr gut, sie sind eine echte Unterstützung
für das Personal.
7. - WERKSTATT
Die Bestellung von Doris ist bald fertig, es fehlen noch
ungefähr 30 Teile bis zur Fertigstellung. Der Verkauf im Mirador Carmen
Alto geht weiter, der Umsatz ist nicht sehr hoch, jedoch besser als der,
den wir in dem Stand auf der Plaza de Armas hatten.
8. - SICHERHEIT
Die Zusammenarbeit mit der Polizei wird fortgeführt
und es sind keine Probleme zu vermelden.
9.
In diesem ersten Trimester kam ein Ehepaar von Condor
Tours zu uns auf Besuch, um unser Projekt kennenzulernen. Sie (d.h. das
Unternehmen, in dem sie arbeiten) unterstützten bisher ein Projekt
in Bolivien und wollten unsere Arbeit kennenlernen, um zu sehen, ob wir
für ihre Hilfe in Frage kämen. Die beiden sprachen perfekt Spanisch,
wir verstanden uns gut und sie waren sehr zufrieden mit dem, was sie bei
uns vorfanden. Sie sagten mir, daß sie sich bei ihren Chefs dafür
einsetzen würden, uns eine Unterstützung zukommen zu lassen.
Es kam auch eine Gruppe deutscher Männer zu uns, in der Mehrzahl Ingenieure, die mit einem Traktor bis Puno in Perú gekommen waren und danach in Arequipa ankamen, allerdings nicht auf dem "Tractor", weil sie diesen weggegeben hatten. Sie wollten das Projekt besichtigen, ich führte sie herum, erklärte ihnen alles, sie spielten mit den Kindern und waren sehr angetan. Einer unter ihnen, der Spanisch sprach, erklärte mir, daß sie vielleicht eine Geldspende für einen speziellen Zweck machen würden. Ich dankte ihnen für ihren Besuch und ihr Interesse und hoffe, daß etwas Konkretes daraus entsteht.
10.
Die Finanzberichte schicke ich an Doris an ihre Adresse
in Neustadt, zusammen mit den Bankauszügen, damit Sie sehen, was mit
dem von Ihnen überwiesenen Geld geschieht und wie es eingeteilt wird.
11. - HEIMKINDER
Ein kurzer Bericht über jeden einzelnen:
Juan Pablo arbeitet hauptsächlich im Heim, wir wiesen
ihm seine Arbeiten zu und er verrichtet sie gut. Am Kopf traten einige
weiße Flecken bei ihm auf, ich brachte ihn ins Krankenhaus und man
sagte uns, daß es Vitiligo sei, eine Hautkrankheit, die jetzt behandelt
wird. Sein Fußpilz hat sich gebessert.
Félix: In der Schule arbeitet er gut und im Heim tut er auch, was man ihm sagt, doch sein Verhalten ist nicht sehr gut, er ist rebellisch und möchte tun, was er will. Er geht ohne Erlaubnis fort und wir machen uns alle Sorgen, wenn er nachts weg ist, ich hörte, daß er sich in schlechter Gesellschaft befindet. Ich habe bis zum Überdruß mit ihm gesprochen und wenn er sich nicht ändert, glaube ich, daß es das Beste ist, wenn er nach dem Abschluß der Schule (dieses Jahr) bei seinen Geschwistern weiterlebt. Ich werde sehen, wie er sich bis zum Schluß des Schuljahrs entwickelt, um dann eine Entscheidung zu treffen, denn er ist immerhin schon 19 Jahre alt ist, ein Mann, und muß für sich selbst verantwortlich sein.
Rosel: Das erste Trimester in der Schule lief nicht sehr gut, er hat mäßige Noten und eine, die sehr schlecht ist, ich unterhielt mich mit ihm darüber und er versprach mir, sich mehr anzustrengen. Im Haus tut er, was wir ihm auftragen und sein Benehmen ist in Ordnung.
Luzmila: In der Schule ist sie gut und zufrieden, am 29.Juni
waren wir auf ihrem Schulfest und es verlief sehr gut, sie war ganz gerührt.
Sie macht weiterhin ihre Aufgaben in meinem Beisein und lernt auch mit
mir - ich bekomme graue Haare dabei, doch anders geht es nicht. Das Gute
ist, daß sie fast nie mehr einnäßt und daß ihre
persönliche Hygiene viel besser geworden ist, das freut mich sehr.
Hinsichtlich der Gesundheit waren wir mit ihr beim Arzt.
Es wurden viele Untersuchungen durchgeführt, doch danach konnte man
uns nicht Konkretes sagen wegen ihrem ständigen Husten, da auch eine
Schleim-Untersuchung negativ ausgefallen war. Diese Kontrollen waren durch
die staatliche Krankenversicherung gedeckt, der Arzt empfahl uns jedoch
noch einige eingehendere Untersuchungen in einem Institut für Lungenkrankheiten,
die außerordentlich teuer wären. Sofern ich nicht eine weniger
aufwendige Möglichkeit sehe, lasse ich die Sache vorläufig auf
sich beruhen, denn sie fühlt sich gut dabei.
Ihr Verhalten ist in Ordnung.
Nun, das ist alles für heute, bis zum nächsten
Mal und Grüße an alle.
María Elena.
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